Donnerstag, 24.09.2026

Regionaler Planungsdialog in Hagen: DB und Kommunen bereiten Parlamentarische Befassung vor


Seit 2023 begleitet ein kontinuierlicher Dialog mit der Region die Planung der Ausbaustrecke Hagen-Siegen-Hanau. Beim Regionalen Planungsdialog am 14. September 2026 in Hagen standen die Vorplanungsergebnisse und die Parlamentarische Befassung im Mittelpunkt des gemeinsamen Austausches.
 

Teilnehmende des Planungsdialogs im Austausch mit DB-Projektleiter Michael Leick

Teilnehmende des Planungsdialogs im Austausch mit DB-Projektleiter Michael Leick.

Die Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen ist eine wichtige Verbindung für den Personen- und Güterverkehr. Mit der Ausbaustrecke (ABS) Hagen-Siegen-Hanau soll sie modernisiert und insbesondere für den Kombinierten Verkehr (KV) ertüchtigt werden. Zugleich sollen weitere Maßnahmen die Betriebsqualität und Zuverlässigkeit im Personenverkehr verbessern.

„Das Ziel der ABS Hagen-Siegen-Hanau besteht darin, die Ruhr-Sieg-Strecke zu modernisieren, damit sie auch künftig den Anforderungen des modernen Zugverkehrs entspricht“, so Norbert Paprotny, Leiter der ABS Hagen-Siegen-Hanau bei der DB InfraGO.

Weil die Planung zahlreiche örtliche Belange berührt, steht das verantwortliche Projektteam bereits seit 2023 im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verantwortlichen entlang der Strecke.

Zukunftsfähiger Bahnverkehr für eine starke Region

Zum Regionalen Planungsdialog am 14. September 2026 in Hagen kamen Vertreterinnen und Vertreter der Anrainerkommunen, beteiligten Kreise und zuständigen Fachbehörden mit dem DB-Projektteam zusammen. Anlass waren wichtige Schritte in der Vorplanung. So wurde im vergangenen Jahr die Vorzugsvariante als Grundlage für die weitere Planung bestimmt und den kommunalen Verantwortungsträgern im Detail vorgestellt. Die Vorzugsvariante sieht die Modernisierung und Aufweitung von zehn Tunneln entlang der Ruhr-Sieg-Strecke vor, denn die vor mehr als 160 Jahren errichteten Bauwerke sind für moderne Güterzüge zu klein. Andere untersuchte Lösungen, darunter ein- oder zweigleisige Neubautunnel, werden dagegen nicht weiterverfolgt.

Projektleiter Michael Leick erläutert die Abwägung hinter dieser Entscheidung: „Mit der Aufweitung der Bestandstunnel haben wir eine Vorzugsvariante bestimmt, die wirtschaftlich überzeugt und die Eingriffe in Natur und angrenzende Bebauung möglichst geringhält. Damit bietet sie in der Gesamtabwägung die beste Grundlage für die weitere Planung.“

Vier Themeninseln, viele Perspektiven

Nach einem gemeinsamen Auftakt verlagerte sich der Regionale Planungsdialog auf vier Themeninseln. Dort stand der fachliche Austausch zu den Schwerpunkten Vorzugsvariante und Parlamentarische Befassung, Schall- und Erschütterungsschutz, Umwelt- und Denkmalschutz sowie Eisenbahnkreuzungsrecht im Vordergrund. Fachplanerinnen und Fachplaner sowie weitere Experten des Projektes beantworteten Fragen und diskutierten mit den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern die Planung und ihre Auswirkungen vor Ort.

Dabei kamen auch kritische Punkte zur Sprache. So wurde aus dem Kreis der Teilnehmenden gefragt, warum Brücken-, Tunnel- und weitere Maßnahmen entlang der Ruhr-Sieg-Strecke teilweise in unterschiedlichen Projekten beziehungsweise Zuständigkeiten der DB angesiedelt sind. Das Projektteam erläuterte hierzu, dass die ABS Hagen-Siegen-Hanau als Vorhaben des Vordringlichen Bedarfs auf einem klar definierten Planungsauftrag des Bundes basiert. Dieser legt fest, welche Maßnahmen Bestandteil des Projektes sind. Weitere Maßnahmen entlang der Ruhr-Sieg-Strecke sind nicht Bestandteil dieses Planungsauftrages und werden in anderen Projekten der DB bearbeitet. Wo technische, örtliche oder zeitliche Schnittstellen bestehen, stimmen sich die Projektteams eng ab und bündeln nach Möglichkeit auch zukünftige Sperrpausen. Zugleich können notwendige Erneuerungen im Bestand nicht bis zur späteren Umsetzung der ABS Hagen-Siegen-Hanau aufgeschoben werden.

Der Blick richtete sich im weiteren Austausch auch auf die nächsten Schritte des Projektes. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die Parlamentarische Befassung vom späteren Planfeststellungsverfahren abzugrenzen ist. Das Projektteam stellte klar, dass es sich um zwei unterschiedliche Verfahren handelt – das eine zur politischen Willensbildung, das andere ein förmliches Verwaltungsverfahren als Grundlage für das Baurecht. Die Beteiligungs- und Einwendungsrechte im Planfeststellungsverfahren bleiben durch die Parlamentarische Befassung unberührt.

Von der Vorplanung zur Parlamentarischen Befassung

Die Parlamentarische Befassung nahm in den Gesprächen an den Themeninseln einen breiten Raum ein, stellt sie doch den nächsten wichtigen Meilenstein des Projektes auf dem Weg in die wesentlich detailliertere Entwurfs- und Genehmigungsplanung dar. Für die Parlamentarische Befassung werden die Vorzugsvariante, die untersuchten Alternativen und die Ergebnisse der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zusammengeführt und dem Deutschen Bundestag transparent vorgelegt. Dieser entscheidet anschließend über die weitere Umsetzung und Finanzierung des Projektes.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wirtschaftlichkeit. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass das Projekt in die nächste Planungsphase weitergeführt und durch den Bund finanziert werden kann.

Kontinuierlicher Dialog mit der Region

Der Regionale Planungsdialog knüpft an einen engen Austausch mit der Region an, der das Projekt von Anfang an begleitet. Inzwischen fanden mehr als 50 Termine statt – darunter 34 Termine mit Kommunalvertreterinnen und -vertretern sowie 15 Austauschtermine mit Fachbehörden.

Ein besonderes Format bilden die Dialog-Märkte. Sie stehen allen Interessierten offen und ermöglichen den direkten Austausch mit dem Projektteam vor Ort. Zweimal fand dieses Format bislang statt: 2024 in Altena für die Bürgerschaft aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde und 2025 in Werdohl für Werdohl und Plettenberg. Mehr als 500 Bürgerinnen und Bürger nutzten die beiden Veranstaltungen, um sich über die Planung zu informieren und mit den Fachleuten des Projektes ins Gespräch zu kommen.

Alexander Haider, Projektpartnermanager der ABS Hagen-Siegen-Hanau, fasst den Ansatz wie folgt zusammen: „Wir planen die Ausbaustrecke nicht auf einer weißen Landkarte, sondern in einer Region, in der Menschen leben, Kommunen Entwicklungsperspektiven haben und Unternehmen auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen sind. Deshalb gehört auch der Dialog zum Projekt.“

Bildergalerie mit Eindrücken vom Regionalen Planungsdialog in Hagen am 14.09.2026:

Beim Planungsdialog in Hagen am 14.09.2206 kamen Vertreterinnen und Vertreter der Region mit dem DB-Projektteam der ABS Hagen-Siegen-Hanau zusammen.
An verschiedenen Themeninseln diskutierten die Teilnehmenden beispielweise Fragen des Umwelt- und Naturschutzes oder des Eisenbahnkreuzungsrechtes.
Teilnehmende des Planungsdialoges im Austausch mit dem Projektteam der DB InfraGO.
Teilnehmende des Planungsdialoges im Austausch mit dem Projektteam der DB InfraGO.
Auch Fragen des Schall- und Erschütterungsschutzes wurden gemeinsam diskutiert.
Auch Fragen des Schall- und Erschütterungsschutzes wurden gemeinsam diskutiert.
Jan Paprotny und Michael Leick von der DB InfraGO im Austausch mit Teilnehmenden des Planungsdialogs.
Die Parlamentarische Befassung nahm in den Gesprächen an den Themeninseln einen breiten Raum ein.
Die Parlamentarische Befassung nahm in den Gesprächen an den Themeninseln einen breiten Raum ein.
Die Parlamentarische Befassung nahm in den Gesprächen an den Themeninseln einen breiten Raum ein.