Planungsabschnitt Haiger – HanauMaßnahmen an der Leit- und Sicherungstechnik

Auf der Straße kann sich jedes Fahrzeug frei bewegen und wird allein durch den Fahrer bzw. die Fahrerin gesteuert. Auf der Schiene ist das anders, denn hier gibt es ein präzises System, das immer weiß, wo sich jedes Fahrzeug befindet, und es nach klaren Regeln lenkt und koordiniert. Das ist die sogenannte Leit- und Sicherungstechnik. Sie sorgt für eine sichere und effiziente Abwicklung des Zugbetriebs. Doch auch hier hat sich die Technik weiterentwickelt und bietet nun Möglichkeiten zur Optimierung, welche wir im Rahmen der ABS Hagen-Siegen-Hanau auch nutzen möchten.

Blockverdichtung

Züge benötigen große Sicherheitsabstände, da sie schwer sind und lange Bremswege haben. Traditionell wird das Streckennetz in Abschnitte unterteilt, sogenannte Blöcke. Nur ein Zug darf in einem Block fahren, damit es nicht zu Kollisionen kommt. Durch die technische Weiterentwicklung im Bereich der Bahnsicherungssysteme ist es möglich, statt großer Abstände zwischen den Zügen diese dichter hintereinander fahren zu lassen, ähnlich wie Autos in einem intelligent gesteuerten Verkehrsfluss. Die Blockverdichtung ermöglicht, dass mehr Züge in kürzerer Zeit auf denselben Gleisen unterwegs sein können – sicher und effizient.

© Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Stellwerkstechnik

Stellwerke sind für den Zugbetrieb essenziell. Früher wurden Weichen und Signale von technischen Anlagen vor Ort (manuell oder elektrisch) gesteuert. Diese Technik ist teilweise noch im Einsatz, aber sie ist alt, wartungsintensiv und teuer. Auch hier bewirkt die fortschreitende Weiterentwicklung neue Möglichkeiten. Elektronische Stellwerkstechnik bringt die Steuerung der Eisenbahninfrastruktur ins digitale Zeitalter. Es nutzt moderne Technik, um alles zentral zu überwachen und zu steuern. Das ermöglicht unter anderem eine Schnellere Reaktion auf Änderungen, weniger Technik vor Ort (kostengünstiger, wartungsärmer) und die Integration neuer Funktionen wie automatische Zugkontrolle.

© Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

ETCS

European Train Control System

Das Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) ist Teil des European Rail Traffic Management System (ERTMS). Dabei handelt es sich um ein System der EU zur Harmonisierung des europäischen Eisenbahnverkehrs in den Bereichen der Zugbeeinflussung, des Zugfunks und der Verkehrssteuerung, das bis in die frühen 1990er Jahre zurückreicht.

Die Aufgabe liegt primär in der europaweiten Standardisierung der technischen Schnittstellen zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen mit dem Ziel eines diskriminierungsfreien technischen Zugangs für Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zu den europäischen Schieneninfrastrukturen. Hierfür wird zusammenfassend der Begriff „Interoperabilität“ verwendet, also die Fähigkeit unterschiedlicher Systeme nahtlos zusammenzuarbeiten. Auf dem gesamten Abschnitt ist geplant, dieses zu installieren 

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